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Verbot von Glasflaschen an der Isar am Abend und in der Nacht

In einem Dringlichkeitsantrag fordert die Fraktion ÖDP/FW das Kreisverwaltungsreferat (KVR) auf, per Allgemeinverfügung abends und nachts ein Glasflaschenverbot an der Isar zu verhängen. Erst vor einer Woche hat das KVR eine vergleichbare Verfügung für die Türkenstraße und den Georg-Elser-Platz erlassen.[1] Eine Entscheidung über den Antrag wurde leider in den nächsten Ausschuss vertagt.

Die Isar ist ein innerstädtisches Juwel der Naherholung und ein schützenswerter ökologischer Rückzugsort inmitten der immer dichter besiedelten Stadt. Seltene Tier- und Pflanzenarten haben in der vielseitigen Flusslandschaft ihr Zuhause gefunden.  Erholungssuchende und Sportler*innen freuen sich über eine Pause vom Großstadt-Stress und verbringen laue Sommerabende an ihrer Isar. Viele Münchner*innen ärgern sich aber schon lange über die zunehmende Vermüllung und die achtlos weggeworfenen, teils zerbrochenen Glasflaschen am Ufer und im Flussbett der Isar. Durch die Scherben herrscht zudem teils erhebliches Verletzungsrisiko. 

Das KVR hat jüngst bewiesen, dass es die Gefahren von Glasflaschen nicht auf die leichte Schulter nimmt und daher eine Allgemeinverfügung für Teile der Türkenstraße und den Georg-Elser-Platz erlassen, die das Mitführen und Benutzen von Glasbehältnissen verbietet.

Es ist höchste Zeit, dass das KVR auch an der Isar tätig wird und zwischen der Marienklausenbrücke und Kabelsteg eine analoge Regelung trifft. Schließlich ist die Verletzungsgefahr an der Isar höher als in befestigten Straßenzügen, da Badegäste meist barfuß unterwegs sind. Zudem ist die Reinigung von Glasscherben in Gras, Kies und Uferbewuchs schwierig, im Flachwasser sogar unmöglich. Außerdem ist es auf der Reichenbachbrücke schon mehrmals zu brutalen Angriffen gekommen, bei denen Glasflaschen als Waffe genutzt wurden.[2][3] Die Stadt darf nicht länger einfach wegsehen! Es ist schade, dass sich der Stadtrat nicht durchringen konnte, gleich eine Entscheidung zu fällen.

Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender, Gewässerökologe (FH):

„Niemand will den Münchner*innen ihr Feierabendbier an der Isar verbieten. Allerdings ist die Situation an der Isar mittlerweile wirklich gefährlich. Durch versteckte Scherben im seichten Wasser und am Ufer ist es kaum möglich, bedenkenlos die Füße in die Isar zu halten. Noch schlimmer sind freilich die fast tödlichen Angriffe mit Glasflaschen, zu denen es dieses Jahr bereits auf der Reichenbachbrücke gekommen ist. Gewaltexzesse und gefährdendes Verhalten dürfen wir nicht einfach hinnehmen. Ein Verbot von Glasflaschen ab 20 Uhr ist verhältnismäßig und daher gerechtfertigt. Schließlich muss die Isar für alle ein sicherer Raum der Naherholung bleiben!“ 

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