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Pressemitteilung

Ein Stück Rathaus für zu Hause: ÖDP will Dachschindeln retten

Handwerker steigen dem Münchner Rathaus aktuell auf’s Dach: Aber nicht aus politischen Gründen, sondern weil das Dach saniert werden muss. Tausende Dachschindeln wurden bereits abgetragen und in einem Bauschuttcontainer gesammelt. Nach aktueller Planung sollen die Schindeln gemahlen und auf Tennisplätzen verstreut werden. Dafür sind sie viel zu schade, findet die Fraktion ÖDP/BK/ML und fordert in einem Dringlichkeitsantrag, dass diese Dachschindeln als Souvenir verkauft oder versteigert werden. 

Wenn das Rathausdach sprechen könnte, hätte es sicher viel zu erzählen. Seit Jahrzehnten wacht es über den Stadtrat und den Marienplatz. Viel Ehrfurcht wird ihm trotzdem nicht entgegengebracht. Die Schindeln aus der Nachkriegszeit sollen zermahlen werden und auf Tennisplätzen genutzt werden. Vielen Münchner:innen blutet bei der Vorstellung das Herz. Einige Besucher:innen haben darum bereits nachgefragt, ob man die Schindeln nicht kaufen oder wiederverwenden könnte. 

Fachleute schätzen, dass gut 1000 der abgenommenen Platten noch verwendet werden könnten. Die ÖDP im Münchner Rathaus fordert daher, geeignete Schindeln zunächst zu sichern und zu prüfen, wie sie als Andenken angeboten werden können. 

Ein möglicher Verkaufsort wäre die Stadtinformation. Neben schlichten Schindeln könnten dort auch Stücke angeboten werden, die Münchner Künstler gestaltet haben. Möglicherweise könnte man ausgewählte Arbeiten auch für einen guten Zweck versteigern. Die Erlöse könnten Stiftungen oder sozialen Projekten zugutekommen. 

Viel Zeit für die Entscheidung bleibt nicht. Die bereits entfernten Platten werden abtransportiert und könnten bald zermahlen sein. Darum soll der Stadtrat schon am Mittwoch entscheiden, wie es mit den Dachplatten weitergeht. 

Johann Sauerer, stellv. Fraktionsvorsitzender: 

„Hat München noch alle Schindeln am Dach, wenn die Dachplatten einfach zermahlen werden sollen? Für viele Münchnerinnen und Münchner sind die Dachziegel viel mehr als Bauschutt. Sie sind ein kleines Stück Stadtgeschichte. Durch den Verkauf oder die Versteigerung der Platten könnten wir soziale Projekte fördern und damit viele Bürger glücklich machen.“ 

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