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Pressemitteilung

München offline: Wenn die Stadt per Mausklick nicht mehr erreichbar ist

Nichts ging mehr: Städtische Online-Dienste waren abgeschaltet, Klinik-Webseiten nicht erreichbar, der digitale Ticketkauf beim MVV gestört. Die schwere IT-Sicherheitslücke vom 21. Oktober hat auch München stark getroffen. Die ÖDP im Münchner Rathaus fordert mit einer Stadtratsanfrage Aufklärung: Wie bleibt die Stadt für ihre Bürgerinnen und Bürger erreichbar, wenn digitale Zugänge plötzlich wegbrechen? Wer hilft Menschen, die dringend Informationen benötigen oder eine Frist einhalten müssen? Und wie sicher ist unsere IT-Infrastruktur?

Die Stadt schickt immer mehr Menschen ins Internet. Termine vereinbaren, Anträge stellen, Behördengänge vorbereiten – vieles soll heute online funktionieren. „Soll“, denn  am Mittwoch ging gar nichts mehr. Wegen einer schwerwiegenden Sicherheitslücke in der weitverbreiteten Programmiersprache PHP wurden Internetangebote vorsorglich abgeschaltet. 

Für die ÖDP im Münchner Rathaus ist dieser Vorfall ein Anlass für eine Anfrage über die IT-Sicherheit in München. Wie verlässlich ist eine digitale Stadt, wenn im Ernstfall zahlreiche Angebote gleichzeitig ausfallen? Die Anfrage soll klären, welche Dienstleistungen betroffen waren, welche Ausweichmöglichkeiten bestanden und wie die Bevölkerung darüber informiert wurde. Besonders wichtig: Menschen dürfen keine Nachteile erleiden, wenn sie wegen einer technischen Störung Anträge nicht rechtzeitig übermitteln können.

Besonders sensibel ist der Ausfall der Webseiten der München Klinik. Wer sich Sorgen um seine Gesundheit oder um Angehörige macht, braucht schnell verlässliche Informationen und die richtigen Ansprechpartner. Die ÖDP will deshalb wissen, ob neben den Webseiten weitere digitale Angebote betroffen waren und wie Patientinnen, Patienten und Angehörige die Kliniken weiterhin erreichen konnten.

Vom Oberbürgermeister fordert die ÖDP außerdem Auskunft über die Notfallpläne der Stadt: Werden sie unter realistischen Bedingungen getestet? Wie schnell lassen sich wichtige Angebote wiederherstellen? Und wie verhindert München, dass eine einzelne technische Schwachstelle gleichzeitig zahlreiche Zugänge zur Stadt lahmlegt?

Johann Sauerer, IT-politischer Sprecher:

„Eine Fehlermeldung hilft niemandem, der dringend einen Klinik-Ansprechpartner sucht oder einen wichtigen Antrag abschicken muss. Hinter jedem digitalen Vorgang steht ein Mensch mit einem konkreten Anliegen, manchmal mit echten Sorgen. Die vorsorgliche Abschaltung war eine notwendige Schutzmaßnahme. Aber damit ist die Verantwortung der Stadt nicht erledigt. Mit unserer Anfrage wollen wir klären, ob München auf solche Ausfälle vorbereitet ist, wie den Betroffenen geholfen wurde und wo nachgebessert werden muss. Wer die Verwaltung digitalisiert, muss auch dafür sorgen, dass die Menschen bei einer Störung nicht vor schwarzen Bildschirmen sitzen.“

 

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