Pressemitteilung
30°C im Klassenzimmer? Für lau ins Freibad
München erlebt immer häufiger Hitzewellen mit Temperaturen über 30 Grad. Während viele Beschäftigte in klimatisierten Büros arbeiten oder ins Homeoffice ausweichen können, sitzen tausende Münchner Schülerinnen und Schüler weiterhin in überhitzten Klassenzimmern. Aus zahlreichen Schulen werden Temperaturen von deutlich über 30 Grad gemeldet. Eltern, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler berichten von Konzentrationsproblemen, Kreislaufbeschwerden und einer spürbaren Belastung des Unterrichtsalltags.
Die Fraktion ÖDP/BK/ML hat deshalb eine Anfrage an den Oberbürgermeister gestellt. Darin soll unter anderem geklärt werden, wie viele Schulen über Hitzeschutzpläne verfügen, wie häufig Probleme aufgrund extremer Raumtemperaturen gemeldet wurden und welche kurzfristigen Maßnahmen die Stadt für besonders betroffene Standorte plant.
Gleichzeitig fordert die Fraktion eine unkomplizierte Soforthilfe für betroffene Schülerinnen und Schüler. Wer nachweisen kann, dass im Klassenzimmer mindestens 30 Grad herrschten, soll künftig kostenlosen Eintritt in die Münchner Freibäder erhalten. Damit will die Fraktion ein sichtbares Zeichen setzen, dass die Stadt die Belastungen junger Menschen ernst nimmt.
Nach Daten des Deutschen Wetterdienstes hat sich die Zahl der Hitzetage in Deutschland seit den 1950er Jahren etwa verdreifacht. Städte wie München sind durch ihre dichte Bebauung besonders von den Folgen betroffen. Kinder und Jugendliche gelten dabei als eine der besonders hitzeempfindlichen Bevölkerungsgruppen.
Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender: „Unsere Kinder sitzen immer öfter in Klassenzimmern, die sich im Sommer zu Hitzefallen entwickeln. Wer bei über 30 Grad Unterricht hat, kämpft nicht nur mit Mathe oder Englisch, sondern oft auch mit Kopfschmerzen, Erschöpfung und Konzentrationsproblemen. Das ist keine Kleinigkeit mehr, sondern ein ernstes Gesundheitsproblem. Der kostenlose Freibadeintritt löst die Ursache nicht. Aber er zeigt den Schülerinnen und Schülern, dass ihre Belastung gesehen wird. Langfristig brauchen wir endlich Schulen, die auf die Realität der Hitzesommer vorbereitet sind. Gute Bildung braucht gute Lernbedingungen, auch bei 35 Grad draußen.“
