Pressemitteilung
Finger weg von sicheren Radwegen! ÖDP kritisiert Umwidmung auf der Lindwurmstraße scharf
Ausgerechnet unter einem grünen Oberbürgermeister wird moderne Radinfrastruktur zurückgebaut. Die ÖDP fordert eine sichere, gut ausgeschilderte Alternativroute statt einer Rückkehr auf den alten, teils bröckelnden Radweg. Da es auch künftig immer wieder Baustellen geben wird, sollen die Aktiven des Radentscheids konsultiert werden, um negative Auswirkungen auf den Radverkehr so gering wie möglich zu halten. Die Verkehrswende ist zum Scheitern verurteilt, wenn immer wieder ausgerechnet die Verkehrsmittel des Umweltverbundes wie Rad und ÖPNV gegeneinander ausgespielt werden.
Die Fraktion ÖDP/BK/ML kritisiert die geplante Aufhebung des Radfahrstreifens auf der Lindwurmstraße scharf. Um während der U-Bahn-Sperrung eine Busspur für den Schienenersatzverkehr einzurichten, wird der erst vor wenigen Monaten geschaffene Radfahrstreifen zwischen Reisingerstraße und Sendlinger Tor wieder umgewidmet. Radfahrende sollen stattdessen wieder den alten Radweg nutzen.
Für die ÖDP ist das ein verkehrspolitischer Offenbarungseid.
Dabei stellt die Fraktion ausdrücklich klar: Der Schienenersatzverkehr braucht eine eigene Busspur. Tausende Menschen sind auf einen zuverlässigen ÖPNV angewiesen. Eine gemeinsame Nutzung der Busspur durch Busse und Fahrräder wäre angesichts des dichten Ersatzverkehrs weder praktikabel noch sinnvoll. Umso unverständlicher ist es, dass die Stadt offenbar keinen Plan entwickelt hat, wie der Radverkehr während der Bauzeit sicher geführt werden kann.
Stattdessen wird ausgerechnet dort moderne Radverkehrsinfrastruktur zurückgebaut, wo sie die Sicherheit nachweislich verbessert hat. Gleichzeitig verschlechtert sich die Situation auch für Fußgänger:innen, weil auf dem viel zu schmalen Radweg wieder tausende Radfahrende fahren werden.
Mit einem Stadtratsantrag fordert die ÖDP im Rathaus deshalb, kurzfristig eine sichere und attraktive Alternativroute für den Radverkehr einzurichten. Dabei soll unter anderem geprüft werden, ob Parallelstraßen mit temporären Pop-up-Radfahrstreifen als Ausweichstrecken ertüchtigt werden können. Ziel ist es, den Radverkehr nicht auf veraltete Infrastruktur zurückzudrängen, sondern die während der Bauzeit unvermeidbaren Einschränkungen intelligent zu lösen.
Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender: „Wer sichere Radwege baut, darf sie nicht bei der ersten Baustelle wieder opfern. Genau das passiert jetzt auf der Lindwurmstraße. Damit wird der Radverkehr einmal mehr zur Verfügungsmasse, sobald der Platz knapp wird. Das ist das völlig falsche Signal. Ausgerechnet unter einem grünen Oberbürgermeister wird moderne Radinfrastruktur zurückgebaut. Der Radentscheid hat versprochen, den Radverkehr sicherer zu machen. Darum darf dieser nicht bei der ersten Herausforderung wieder zurückgedrängt werden.“
