Pressemitteilung
Kultur schützen statt Luxustürme durchdrücken – 50-Millionen-Forderung gegen BACKSTAGE ist inakzeptabel
München verliert immer mehr von dem, was diese Stadt lebendig macht: Freiräume, Subkultur, Orte für junge Menschen und gute Livemusik. Jetzt steht ausgerechnet das BACKSTAGE unter massivem Druck, weil nebenan Luxustürme entstehen sollen. Für die ÖDP im Münchner Rathaus ist klar: Sollte die Büschlgruppe wirklich 50 Millionen vom Backstage fordern, wäre das ein kulturpolitischer Skandal erster Güte. In einer Anfrage fordert die ÖDP nun Aufklärung.
Das BACKSTAGE ist seit Jahrzehnten ein unverzichtbarer Bestandteil der Münchner Kulturlandschaft. Es steht für Jugendkultur, Subkultur, Livemusik, bezahlbare Proberäume, soziale Initiativen und kulturelle Vielfalt jenseits von Hochglanz und Luxussegment. Es ist kein Spekulationsobjekt, sondern ein lebendiger Ort der Stadtgesellschaft.
Berichten zufolge fordert die Büschl-Gruppe 50 Millionen Euro für Dienstbarkeiten und den Schallschutz für die geplanten Hochhäuser vom BACKSTAGE. Sollte das zutreffen, wäre das ein ungeheurer Vorgang. Ein seit Jahrzehnten bestehendes Kulturzentrum soll dafür geradestehen, dass ein Investor hochpreisige Wohnungen direkt daneben bauen will. Nicht der Neubau passt sich an die gewachsene Umgebung an: Weichen oder zahlen soll die Kultur.
Wir haben den Oberbürgermeister deshalb mit einer Anfrage konfrontiert. Wir wollen wissen:
- Stimmt die 50-Millionen-Forderung – und wie bewertet die Stadt das?
- Wer müsste für zusätzlichen Schallschutz zahlen?
- Welche Gutachten liegen vor?
- Wie soll der Betrieb des BACKSTAGE während einer jahrelangen Bauphase gesichert werden?
- Und was ist der Stadt dieses Kulturzentrum eigentlich wert?
Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender der ÖDP, OB-Kandidat:
„Das BACKSTAGE ist kein Störfaktor, sondern ein Herzstück der Münchner Kulturszene und für viele ein zweites Wohnzimmer. Wer hier mit Millionenforderungen Druck aufbaut, stellt Profitinteressen über das Gemeinwohl. Wir werden nicht zulassen, dass gewachsene Kulturorte dem Hochhaus-Luxus geopfert werden. Wenn München noch eine vielfältige, lebendige Stadt bleiben will, dann muss klar sein: Unsere Kulturszene muss geschützt werden und darf nicht für Profitgeier geopfert werden.“