Pressemitteilung
München braucht Schatten, keine Ausreden: BaumEntscheids soll sofort umgesetzt werden!
Statt weiter Unterschriften zu sammeln, sie mühsam überprüfen zu lassen und über Zulässigkeiten zu streiten, soll München jetzt handeln: Die Fraktion ÖDP/BK/ML fordert den Stadtrat auf, die zentralen Forderungen des BaumEntscheids direkt zu übernehmen und einen verbindlichen Maßnahmenplan für mehr Straßenbäume, Entsiegelung und Schatten in der Stadt vorzulegen.
Jeder heiße Sommertag macht deutlich, woran es München fehlt: Schatten. Asphalt und Beton heizen sich immer stärker auf, und die Münchner:innen suchen unter den wenigen verbliebenen Bäumen Schutz vor der Hitze. Gerade in dicht bebauten Vierteln wird jeder Straßenbaum zu einem Stück Lebensqualität.
Mit einem Stadtratsantrag fordert die ÖDP im Münchner Rathaus, die zentralen Ziele des BaumEntscheids München ohne Umweg über ein Bürgerbegehren zu übernehmen. Dazu gehören ein flächendeckendes Netz von Straßenbäumen, die vorrangige Begrünung besonders heißer Stadtviertel, die verbindliche Sicherung neuer Baumstandorte sowie ausreichende personelle und finanzielle Mittel für die Umsetzung.
Für die ÖDP im Münchner Rathaus ist die Sache klar: München hat bereits 2019 den Klimanotstand ausgerufen und wird inzwischen von einem grünen Oberbürgermeister geführt. Gleichzeitig zählt die Stadt beim Grünvolumen bundesweit zu den Schlusslichtern. Angesichts immer häufigerer Hitzewellen könne sich München weitere Jahre des Wartens nicht leisten.
Die ÖDP sieht zudem keinen Sinn darin, Ehrenamtliche monatelang Unterschriften sammeln zu lassen, während anschließend Verwaltung und Politik viel Zeit in juristische Prüfungen investieren. Diese Energie werde an anderer Stelle dringend gebraucht: nämlich beim Entsiegeln von Flächen, beim Finden neuer Baumstandorte und vor allem beim Pflanzen neuer Bäume. Die breite Zustimmung in der Bevölkerung zu mehr Stadtgrün sollte genutzt werden, anstatt sie durch langwierige Verfahren auszubremsen.
Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender: „Jeder zusätzliche Baum ist eine natürliche Klimaanlage für unsere Stadt. Er spendet Schatten, kühlt die Umgebung, filtert Schadstoffe und macht Straßen lebenswerter. Über mehr Bäume wird seit Jahren gesprochen, jetzt müssen endlich Taten folgen. Für den BaumEntscheid gibt es breiten gesellschaftlichen Rückhalt. Ich fordere daher meine Stadtratskolleg:innen auf, nicht auf Zeit spielen, sondern Verantwortung zu übernehmen und die Forderungen direkt umsetzen.“
Johann Sauerer, planungspolitischer Sprecher: „München hat eine Grünvolumenzahl von 2,75 Kubikmeter pro Quadratmeter und gehört damit zu den Schlusslichtern unter den deutschen Großstädten. Das ist ein Armutszeugnis für eine Stadt, die vom Klimawandel besonders betroffen ist. Jeder Sommer zeigt uns, was fehlt: Schatten, Bäume und begrünte Straßen und entsiegelte Flächen. Die Initiator:innen des BaumEntscheids haben das richtig erkannt und einen Forderungskatalog erarbeitet. Für dieses Engagement sind wir sehr dankbar. Die Stadt sollte jetzt nicht Gesetzestexte wälzen, um die Zulässigkeit zu prüfen, sondern endlich zu Spaten greifen.“
