Pressemitteilung
Natur schützen statt Panzer bauen: ÖDP gegen KNDS-Ausbau in Allach
Die ÖDP im Münchner Rathaus lehnt die geplante Erweiterung des Rüstungsunternehmens KNDS (ehemals Krauss-Maffei Wegmann) in Allach, wie sie am Mittwoch im Planungsausschuss beschlossen werden soll, ab. Für die Fraktion überwiegen die Nachteile deutlich: Wertvolle Naturflächen würden verloren gehen, seltene Tierarten verdrängt und der ohnehin stark belastete Münchner Westen mit zusätzlichem Verkehr belastet. Zudem lehnt die ÖDP den weiteren Ausbau der Panzerproduktion mitten in einer Millionenstadt grundsätzlich ab.
Zwischen dem bestehenden KNDS-Werksgelände und der Ludwigsfelder Straße sollen rund 16 Hektar Fläche für eine Werkserweiterung planungsrechtlich gesichert werden. Betroffen sind überwiegend bislang unversiegelte Bereiche mit Ackerflächen, Gehölzstrukturen, Magerrasen und Ausgleichsflächen. Das Gebiet verbindet die Allacher Lohe mit der Angerlohe und ist Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Wechselkröte sowie zahlreicher weiterer geschützter Tierarten. Der Großraum München (insbesondere die Münchner Schotterebene) beherbergt aktuell noch etwa 80 % des gesamten bayerischen Bestandes (vgl. LBV). Auch die Stadt selbst weist in ihrer Beschlussvorlage auf die hohe Bedeutung des Gebiets für Biotopvernetzung, Stadtklima und Grundwasser hin.
Auch verkehrlich hält die ÖDP die Planung für nicht überzeugend. Schon heute sind die Straßen im Münchner Westen regelmäßig überlastet. Die Stadt selbst geht davon aus, dass die Werkserweiterung ausschließlich über die Ludwigsfelder Straße erschlossen werden soll und weist gleichzeitig auf die bevorstehende mehrjährige Sanierung des Allacher Tunnels hin, die den Verkehr zusätzlich auf die umliegenden Straßen verlagern dürfte. Mehr Beschäftigte, mehr Lieferverkehr und mehr Lkw würden den ohnehin stark belasteten Münchner Westen weiter unter Druck setzen. Statt die Verkehrswende voranzubringen, droht die Region noch tiefer im Stau zu versinken.
Hinzu kommt für die ÖDP eine grundsätzliche friedenspolitische Frage. Mit der Erweiterung würde die Panzerproduktion am Standort München weiter ausgebaut. Die ÖDP hält es für falsch, die militärische Bedeutung eines Standorts mitten in einer Millionenstadt weiter zu erhöhen.
Johann Sauerer, Planungspolitischer Sprecher: „Wenn ich durch die Allacher Lohe oder die Angerlohe gehe, sehe ich einen der letzten Orte in München, an denen Natur noch wirklich Natur sein darf. Genau diese Verbindung soll jetzt zerstört werden. Wir verlieren nicht nur Lebensräume für bedrohte Arten, sondern auch ein Stück Lebensqualität für die Menschen vor Ort. Und gleichzeitig bauen wir die Panzerproduktion mitten im Münchner Westen weiter aus. Ich möchte nicht, dass unsere Stadt immer stärker mit Rüstung verbunden wird. München sollte für Lebensqualität, Innovation und Frieden stehen und nicht im Ernstfall zu einem militärisch relevanten Ziel zu werden.“
