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Pressemitteilung

Paketposthalle: Stadtratsmehrheit spielt mit dem Backstage

Die Fraktion ÖDP/BK/ML kritisiert die heutige Zustimmung des Stadtrats zur Veröffentlichung des Bebauungsplans für die Paketposthalle scharf. Obwohl der Investor Büschl bis heute keine schriftliche Zusicherung abgegeben hat, auf Klagen gegen das Backstage zu verzichten, winkte die Stadtratsmehrheit das Projekt dennoch durch. Statt das Backstage zu retten, wird auf das Wohlwollen des Grünwalder Investors gesetzt.

Für die Fraktion ÖDP/BK/ML ist das ein politischer Offenbarungseid. Das Backstage ist eines der wichtigsten Kulturzentren Münchens und seit Jahrzehnten Heimat für Kultur, Konzerte und bunte Veranstaltungen. Trotzdem nimmt die Stadt billigend in Kauf, dass durch die gigantischen Hochhäuser und die zahlungskräftigen Bewohner:innen rund um die Paketposthalle neue Konflikte entstehen, die am Ende zulasten des Backstage ausgehen könnten.

Die ÖDP warnt davor, dass die Stadt mit ihrer Entscheidung einen gefährlichen Präzedenzfall schafft. Bestehende Kulturorte geraten immer stärker unter Druck, wenn Luxuswohnungen und renditestarke Hochhausprojekte direkt daneben entstehen. Wieder einmal werde deutlich, dass im Münchner Rathaus Investoreninteressen höher gewichtet würden als gewachsene kulturelle Strukturen und Lebensqualität.

Johann Sauerer, ÖDP-Stadtrat: „Wer ernsthaft glaubt, dass ein Investor bei einem Milliardenprojekt freiwillig auf seine wirtschaftlichen Interessen verzichtet, obwohl es dazu keinerlei belastbare Vereinbarung gibt, der ist entweder naiv oder wie wir es nennen würden “investorenhörig“. Die Stadt baut sehenden Auges Luxushochhäuser direkt neben einen etablierten Konzert- und Kulturbetrieb und wird anschließend überrascht sein, wenn es Konflikte um Lärm gibt. Das ist absurd und skandalös. Wir werden die Stadtratsmehrheit nicht an ihren Lippenbekenntnissen messen, sondern an ihren Taten. Das Backstage darf nicht zum Kollateralschaden eines völlig überdimensionierten Prestigeprojekts werden.“

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