Pressemitteilung
Schlechtestes Badegewässer in ganz Bayern: Was ist los am Riemer See?
Die Sonne scheint, Kinder plantschen im Wasser, Familien breiten ihre Handtücher am Ufer aus. Für viele Münchnerinnen und Münchner ist der Riemer See an heißen Sommertagen ein beliebter Ort zur Abkühlung. Besonders in den Pfingstferien war der Riemer See für alle Daheimgebliebenen ein schönes Ausflugsziel. Umso größer dürfte jetzt die Verunsicherung sein, da ausgerechnet der Riemer See nach der aktuellen Badegewässerbewertung des Freistaats Bayern als einziges Badegewässer im gesamten Freistaat die Bewertung „mangelhaft“ erhalten hat.
Die Fraktion ÖDP/BK/ML fordert nun eine umfassende Aufklärung der Ursachen und hat dazu eine Stadtratsanfrage eingereicht. Besonders auffällig ist, dass die aktuell von der Stadt veröffentlichten Messwerte für das Jahr 2026 bislang im akzeptablen Bereich sind. Der Freistaat sieht das jedoch anders. Von ihm gibt es das Prädikat „mangelhaft“!
Die für die Badegewässerbewertung maßgeblichen Parameter E. coli und intestinale Enterokokken gelten als Indikatoren für fäkale Verunreinigungen. Erhöhte Konzentrationen können auf Einträge von Fäkalien von Vögeln hinweisen und insbesondere bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem gesundheitliche Beschwerden verursachen.
Mit ihrer Anfrage möchte die ÖDP im Münchner Rathaus unter anderem klären, wann die Stadtverwaltung über die mangelhafte Bewertung informiert wurde, welche Sofortmaßnahmen nun ergriffen werden, wie Badegäste über die Bewertung informiert werden und welche Konsequenzen die Stadt für die Planung weiterer künstlicher Badeseen, insbesondere in Freiham, zieht.
Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender: „Der Riemer See ist ein künstlich angelegtes Gewässer mit einer sehr intensiven Nutzung durch Badegäste und hat keinen ständigen Grundwasserzustrom. Solche Seen reagieren oft empfindlicher auf Einträge von Nährstoffen und Keimen als natürliche Gewässer mit größeren Zu- und Abflüssen. Schon in den vergangenen Jahren hat es wiederholt Probleme mit fäkalen Verunreinigungen gegeben hat. E. coli und Enterokokken können insbesondere bei Kindern, älteren Menschen und immungeschwächten Personen Magen-Darm-Erkrankungen und Fieber verursachen. Deshalb muss jetzt sorgfältig untersucht werden, wie diese Belastungen entstanden sind und welche Maßnahmen notwendig sind, um die Wasserqualität dauerhaft zu sichern.“
Johann Sauerer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender:
„Der Riemer See ist einer der beliebtesten Badeseen Münchens. Tausende Menschen verbringen hier ihre Freizeit und verlassen sich darauf, dass die Wasserqualität stimmt. Umso alarmierender ist es, dass ausgerechnet München das einzige mangelhaft bewertete Badegewässer in ganz Bayern hat. Wir dürfen nicht akzeptieren, dass ein Badeausflug im schlimmsten Fall krank macht. Die Ursachen müssen vollständig aufgeklärt und die Konsequenzen offengelegt werden. Vor allem erwarten wir, dass die Erfahrungen aus dem Riemer See unmittelbar in die Planungen für den neuen Badesee in Freiham einfließen.“