Pressemitteilung
Sicherheitsgefühl stärken: ÖDP will Unwohl-Orte sichtbar machen
Die Fraktion ÖDP/BK/ML beantragt die Einführung eines sogenannten „Unwohl-Melders“ auf der städtischen Plattform „Mach München besser“. Bürger:innen sollen dort unkompliziert Orte melden können, an denen sie sich unwohl oder unsicher fühlen. Die Hinweise sollen systematisch ausgewertet werden, um gezielt Verbesserungen im öffentlichen Raum anzustoßen.
München zählt zu den sichersten Großstädten Deutschlands. Dennoch gibt es Orte, die viele Menschen meiden. Gründe dafür sind oft keine konkreten Straftaten, sondern Faktoren wie schlechte Beleuchtung, Vermüllung, unübersichtliche Situationen oder fehlende Ansprechpersonen.
Wie unterschiedlich das Sicherheitsempfinden ausgeprägt ist, zeigt eine aktuelle Studie des Kreisjugendrings München. Während sich nachts an Haltestellen 77 Prozent der jungen Männer sehr oder eher sicher fühlen, sind es bei jungen Frauen lediglich 26 Prozent. Bei jungen Menschen mit der Geschlechtsidentität „divers“ liegt der Wert bei 47 Prozent. Zudem versuchen 65,3 Prozent der jungen Menschen, die sich nachts in Bus und Bahn unsicher fühlen, den öffentlichen Nahverkehr zu meiden. Bei jungen Frauen sind es sogar 75 Prozent.
Für die ÖDP im Münchner Rathaus zeigen diese Zahlen, dass Lebensqualität nicht allein von der objektiven Sicherheitslage abhängt. Ebenso wichtig ist, ob Menschen den öffentlichen Raum ohne Angst und Einschränkungen nutzen können.
Viele Orte, die als unangenehm oder unsicher wahrgenommen werden, tauchen in den Kriminalitätsstatistiken nicht als Brennpunkte auf. Umso wichtiger ist es, die Erfahrungen der Bürger:innen ernst zu nehmen. Wenn sich Meldungen zu bestimmten Orten häufen, kann die Stadt gezielt prüfen, wie die Situation verbessert werden kann. Dabei geht es nicht um Dramatisierung oder Stigmatisierung, sondern um eine konstruktive Weiterentwicklung des öffentlichen Raums.
Der Unwohl-Melder soll in die bestehende Plattform „Mach München besser“ integriert werden. Die eingehenden Hinweise werden regelmäßig ausgewertet. Nach einem Jahr soll ein Evaluationsbericht dem Stadtrat vorgelegt werden.
Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender der ÖDP/BK/ML:
„München ist eine sichere Stadt. Trotzdem gibt es Orte, an denen sich Menschen unwohl fühlen und die sie deshalb meiden. Das sollten wir ernst nehmen. Mit dem Unwohl-Melder schaffen wir eine einfache Möglichkeit, solche Hinweise zu sammeln und gezielt Verbesserungen anzustoßen. Wir wollen die Lebensqualität in unserer Stadt weiter verbessern und allen Menschen ein gutes Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum ermöglichen.“
