Pressemitteilung
Mehr Augenmaß statt Strafen beim Winterzauber am Viktualienmarkt
Die ÖDP im Münchner Stadtrat fordert mehr Kulanz und Augenmaß bei Kontrollen auf städtischen Märkten. Hintergrund sind zahlreiche Beschwerden von Händlerinnen und Händlern nach dem Winterzauber am Viktualienmarkt. Mehrere Standlbetreiber erhielten Anhörungsschreiben, weil sie kurz nach 20 Uhr noch Tassen zurückgenommen oder sich nach offizieller Schließzeit noch an ihren Ständen aufgehalten hatten. Berichten zufolge haben städtische Mitarbeiter:innen Fotos von den Standlbetreiber:innen gemacht, um die geringfügigen Überschreitungen zu dokumentieren.
Der Viktualienmarkt lebt von seiner besonderen Atmosphäre, vom Miteinander und von Veranstaltungen wie dem Winterzauber, die die Innenstadt beleben. Umso ärgerlicher ist es, dass die Stadt offenbar keine Gespräche mit den Händler:innen geführt hat, sondern stattdessen Fotos von geringfügigen Verstößen gemacht hat. Das gefährdet das Vertrauensverhältnis zwischen den Standlbetreiber:innen und der Stadt. Erste Händler:innen haben bereits angekündigt, künftig nicht mehr am Winterzauber teilnehmen zu wollen.
Mit ihrem Antrag fordert die Fraktion ÖDP/ML, dass die Stadt München und der städtische Eigenbetrieb Märkte München bei Kontrollen und der Durchsetzung von Sperrzeiten kulanter vorgehen, insbesondere bei zeitlich begrenzten Veranstaltungen. Der Münchner Christkindlmarkt, der nur wenige Meter vom Viktualienmarkt entfernt stattfand, hatte schließlich auch bis 21 Uhr geöffnet.
Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender: „Der Viktualienmarkt ist ein Herzstück unserer Stadt und lebt von Engagement, Tradition und gegenseitigem Vertrauen. Wenn Händler:innen wegen ein paar Minuten mit Strafen bedroht werden, läuft etwas schief. Wir brauchen hier kein Kontrollregime, sondern Augenmaß und Wertschätzung. Wer eine lebendige Innenstadt will, muss die Menschen unterstützen, die sie tagtäglich mit Leben füllen.“