Pressemitteilung
Ausweitung des Böllerverbots auf weitere dicht besiedelte Stadtgebiete
Die ÖDP im Münchner Rathaus fordert eine deutliche Ausweitung des bestehenden Böllerverbots. Nach dem bisherigen Verbot innerhalb des Mittleren Rings und dem neu eingeführten Schutzbereich rund um den Tierpark Hellabrunn sollen künftig auch dicht besiedelte Gebiete außerhalb des Mittleren Rings und städtische Grünanlagen einbezogen werden. Da die Stadt selbst definieren kann, was als dicht besiedelt angesehen wird, ist es ihre alleinige Entscheidung, wo geböllert werden darf.
Hintergrund ist die zunehmende Belastung für Mensch, Tier und Umwelt durch privates Silvesterfeuerwerk. Gerade in stark verdichteten Wohngebieten kommt es regelmäßig zu Verletzungen, Sachschäden und massiven Lärmbelastungen. Auch städtische Grünanlagen sollen künftig zum Jahreswechsel vollständig böllerfrei sein.
Besonders dramatisch ist die Situation für Einsatzkräfte im Rettungsdienst und in den Notaufnahmen. Sanitäterinnen, Sanitäter und medizinisches Personal berichten seit Jahren von extremen Belastungen rund um den Jahreswechsel. Viele von ihnen sagen offen, dass ihnen schon Tage vor Silvester graut. Überfüllte Notaufnahmen, schwere Verletzungen durch Feuerwerkskörper und gefährliche Einsätze unter Beschuss mit Böllern gehören inzwischen zur traurigen Routine.
Neben der Gefährdung von Menschen leiden auch Tiere massiv unter dem Feuerwerk. Haus- und Wildtiere reagieren mit panischer Angst, verlieren lebenswichtige Energie oder verletzen sich auf der Flucht. Zusätzlich belasten Feinstaub und Schadstoffe aus Feuerwerkskörpern die Gesundheit der Stadtbevölkerung. Besonders betroffen sind ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.
In Nordrhein-Westfalen läuft seit Anfang September 2025 das Volksbegehren „Böllerverbot“. Dieses Begehren hat das Potenzial, eine Blaupause für alle anderen Bundesländer zu werden.
Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender: „Es kann nicht sein, dass wir jedes Jahr sehenden Auges akzeptieren, dass Menschen verletzt werden, Tiere leiden und unser Rettungssystem an seine Grenzen kommt. Wenn selbst Sanitäter und Mitarbeitende in den Notaufnahmen schon vor Silvester Angst vor den kommenden Tagen haben, dann läuft etwas grundlegend falsch. München braucht weniger Explosionen und mehr Rücksicht. Ein erweitertes Böllerverbot ist dafür ein konsequenter Schritt.“