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Fußball-WM in Katar: Boykott durch die Stadt München

Stell dir vor, es ist Herren-Fußball-Weltmeisterschaft (WM) in einer menschenverachtenden Diktatur und keiner schaut zu. So ähnlich soll es nach dem Willen der Fraktion ÖDP/München-Liste bei der Fußball-WM 2022 in Katar laufen. Die Landeshauptstadt München soll die WM im Rahmen ihrer Möglichkeit boykottieren, indem sie keine Genehmigung für Public-Viewing-Veranstaltungen auf städtischem Grund (z.B. Olympiastadion oder Theresienwiese) erteilt.

 

Paris, Straßburg, Lille – diese und viele weitere Städte haben sich bereits dazu durchgerungen keine Public-Viewing-Veranstaltungen der Fußball-WM 2022 in Katar zu genehmigen. Hintergrund sind  freilich die schlechte Menschenrechtssituation und die miserable Umweltbilanz der Spiele im autokratisch-geführten Wüstenstaat. Human Right Watch beschreibt, dass viele Arbeitsmigrant:innen, die am Bau der Fußballstadien in Katar beteiligt waren, ihre Pässe abgeben mussten und teils nicht für ihre Arbeit bezahlt wurden. Außerdem benötigen Frauen in Katar einen männlichen Vormund, der alle Entscheidungen für sie trifft und die LGBT-Szene muss Verfolgung und harte Bestrafung fürchten.[1]

 

 

 

Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender:„Tausende Menschen sind bei den Baumaßnahmen rund um die Fußball-WM in Katar gestorben. Als Landeshauptstadt München hatten wir selbstverständlich bei der Vergabe der WM kein Mitspracherecht. Dennoch sollten wir uns der internationalen Bewegung anschließen, diese WM zu boykottieren und ein Zeichen für Menschenwürde, Gleichberechtigung und Umweltschutz setzen. München ist eine Weltstadt mit Herz, in der Hass, Unterdrückung und Ausgrenzung wie in Katar keinen Platz haben dürfen – auch dann nicht, wenn Torjubel und Fußballeuphorie über die schlimmsten Vergehen hinwegtäuschen sollen.“

 

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