Pressemitteilung
München baut zirkulär: Neue Pilotförderung bringt Kreislaufwirtschaft auf die Baustelle
Rohstoffe werden knapper, Bauabfälle und CO2-Ausstoß nehmen zu und dennoch wird vielfach immer noch gebaut, als gäbe es kein Morgen. Im heutigen Ausschuss für Klima und Umwelt hat der Münchner Stadtrat die neue „Pilotförderung Zirkuläres Bauen“ einstimmig auf den Weg gebracht, die in einem von der ÖDP initiierten interfraktionellen Antrag gefordert wurde. Damit wird ein wichtiges Zeichen für ein grundlegendes Umdenken im Bauwesen gesetzt. Zwei Millionen Euro stehen bereit, um rund zehn Modellprojekte zu fördern, die zeigen: Bauen geht auch ressourcenschonend, langlebig und verantwortungsvoll.
Der Bausektor ist einer der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Allein in München verursacht er den Großteil des materiellen Ressourcenverbrauchs und erhebliche CO₂-Emissionen. Gleichzeitig werden wertvolle Baustoffe nach kurzer Nutzung oft entsorgt oder zerstört. Die neue Pilotförderung setzt hier an und fördert Bauprojekte, die Materialien im Kreislauf halten, Wiederverwendung ermöglichen und Abriss vermeiden.
Gefördert werden innovative Neubauten, Umbauten und umfassende Sanierungen, die konsequent auf zirkuläre Prinzipien setzen also etwa modulare Bauweisen, trennbare Konstruktionen oder den Einsatz gebrauchter und recyclingfähiger Baustoffe. Je nach Qualität und Vorbildwirkung können bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 400.000 Euro pro Projekt, übernommen werden.
Die Pilotphase ist bewusst als Lernprozess angelegt: Die Stadt wertet die Projekte systematisch aus, um Hürden zu identifizieren und künftig eine dauerhafte, wirksame Förderung für zirkuläres Bauen zu etablieren. Finanziert wird das Programm durch die Umschichtung vorhandener Mittel also ohne zusätzliche Belastung des Haushalts.
Nicola Holtmann, umweltpolitische Sprecherin:
„Wir können und wollen es uns nicht mehr leisten, bei Bauvorhaben unsere begrenzten Ressourcen zu verschwenden. Zirkuläres Bauen bedeutet Verantwortung für kommende Generationen übernehmen, indem wir weniger Rohstoffe verbrauchen und weniger Müll und Klimaschäden verursachen. Mit dieser Pilotförderung zeigen wir, dass nachhaltiges Bauen kein Nischenthema ist, sondern eine zentrale Aufgabe kommunaler Umweltpolitik. Mit der Pilotförderung Zirkuläres Bauen geht München einen Schritt weg von der Wegwerfarchitektur und hin zu einer Baukultur, die Ressourcen achtet, Klima schützt und langfristig bezahlbar bleibt.“