Pressemitteilung
Nach Guerilla-Aktion: Offizieller Zebrastreifen soll angebracht werden!
Nachdem Anwohner:innen den Pinsel selbst in die Hand genommen haben und in einer Guerilla-Aktion einen Zebrastreifen auf der Pilgersheimerstraße angebracht haben, fordert die Fraktion ÖDP/ML, dass endlich ein offizieller, sicherer Zebrastreifen eingerichtet wird. Der illegale, provisorisch aufgesprühte Zebrastreifen ist ein Zeichen der Verzweiflung und zeigt, wie dramatisch die Lage vor Ort ist.
In der Pilgersheimerstraße müssen Kinder Senior:innen und Senioren sowie viele Anwohner täglich eine vielbefahrene Straße überqueren. Trotz Tempo 30 wird regelmäßig gerast. Messungen zeigen 62000 Fahrzeuge in nur acht Tagen fast 2900 davon zu schnell.
Die nächste sichere Querung ist weit entfernt und laut Bezirksausschuss könnte es noch Jahre dauern, bis die Stadt hier tätig wird.
Aus purer Frustration über die Untätigkeit der Stadt haben vier Personen in der Nacht zum Sonntag eigenhändig einen Zebrastreifen auf die Fahrbahn der Pilgersheimerstraße gesprüht. Die Aktion war ein Hilferuf von Menschen, die sich nicht länger mit der Gefährdung abfinden wollten. Die Stadt prompt: Die Streifen wurden mittlerweile größtenteils wieder entfernt. Gleichzeitig leitete die Polizei Anzeigen gegen die Beteiligten wegen Sachbeschädigung und Amtsanmaßung ein.
Dieser Vorfall ist symptomatisch dafür, viele Bürger:innen der Stadt nicht mehr zutrauen, dass sie genug für die Verkehrssicherheit unternimmt. Die Guerilla-Aktion wird seitens der Fraktion ÖDP/ML nicht befürwortet. Die Stadt hätte es allerdings selbst in der Hand gehabt, solche Aktionen zu verhindern, wenn sie dem nachvollziehbaren Wunsch nach mehr Sicherheit frühzeitiger nachgekommen wäre.
Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender: „Die Menschen in Untergiesing werden seit Jahren hingehalten. Wenn in Laim Autos die Gehwege zuparken, sind der Oberbürgermeister und die dritte Bürgermeisterin gleich zur Stelle, um die illegale Parkpraxis zu verteidigen. Aber wenn Kinder und ältere Menschen in Untergiesing jeden Tag gefährdet werden, passiert jahrelang nichts. Die Guerilla-Aktion der Anwohner ist ein Hilferuf, um auf das offensichtliche Sicherheitsrisiko hinzuweisen. Es ist beschämend, dass es so weit kommen musste. Ich erwarte vom Oberbürgermeister, dass er mit mehr der gleichen Entschlossenheit für die Sicherheit von Menschen aktiv wird, wie er sie für falsch geparkte Autos zeigt.“