Pressemitteilung
Prestige-Pandas vs. Paviane? Artenschutz geht anders.
Die geplante Haltung von großen Pandas in Hellabrunn spaltet die Gemüter und wirft aus Sicht der ÖDP im Münchner Rathaus gravierende Tierschutzfragen auf: Für die Pandas soll die Pavian-Anlage weichen. Die ÖDP fordert daher volle Transparenz, eine verbindliche Garantie gegen Tötungen aus Platzmangel und schlägt vor, die vorgesehenen Mittel stattdessen in konkrete Münchner Arten- und Tierschutzprojekte zu investieren.
Die Erfahrung anderer Zoos zeigt, wie schnell soziale Tiergruppen zum Problem werden können, wenn Unterbringungsmöglichkeiten fehlen. In Nürnberg wurden im vergangenen Jahr Paviane getötet, nachdem keine geeigneten Plätze gefunden werden konnten. Ein solches Szenario darf sich in München unter keinen Umständen wiederholen.
Die Fraktion ÖDP/ML fordert deshalb vollständige Transparenz: Wie genau sollen die Pandas gehalten werden? Wohin wird die Pavian-Gruppe umgesiedelt? Kann langfristig garantiert werden, dass die Tiere als sozial stabile Gruppe artgerecht untergebracht werden? Und wird verbindlich ausgeschlossen, dass Tiere aus Platzmangel getötet werden?
Darüber hinaus stellt sich die grundsätzliche Frage nach dem tatsächlichen Beitrag zum Artenschutz. Die Haltung von Großen Pandas in europäischen Zoos ist mit hohen Kosten und langfristigen internationalen Leihverträgen verbunden. Der konkrete Nutzen von zwei Tieren in München für den globalen Artenschutz ist fraglich. Wirksamer Artenschutz kann vor allem in den natürlichen Lebensräumen stattfinden. Daher sollten die für die Panda-Haltung vorgesehenen Mittel stattdessen in konkrete Münchner Arten- und Tierschutzprojekte fließen. Zudem müsse der Stadtrat vor Abschluss internationaler Verträge umfassend informiert und eingebunden werden, insbesondere mit Blick auf mögliche politische und wirtschaftliche Abhängigkeiten.
Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender: „Die Söder’schen Prestige-Panda-Pläne gefährden das Leben von Pavianen und binden Mittel, die für Tier- und Artenschutz-Projekten dringend gebraucht würden. Wir fordern eine klare Garantie, dass kein Tier aus Platzmangel getötet wird. Wenn Millionenbeträge investiert werden, dann für echten Arten- und Tierschutz vor Ort. Es ist inakzeptabel, dass der Stadtrat bisher bei den Planungen nicht einbezogen wurde. Wir wehren uns dagegen, dass durch langfristige Panda-Leihverträge politische und wirtschaftliche Abhängigkeiten von China weiter vergrößert werden.“